Über uns
Die Ursprünge (1942 – 1952): Lo Zoccolificio Romagnolo (Die romagnolische Holzschuhfabrik).
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1942 in Forlì zurück, als Romano Rossi und sein Vater in der Via Dei Mille den Zoccolificio Romagnolo ins Leben riefen. In einer Zeit, die von den Entbehrungen des Weltkonflikts geprägt war, konzentrierte sich der Betrieb auf die Herstellung von Holzschuhen – ein lebensnotwendiges Gut in der Kriegs- und Nachkriegszeit.
Die Geschichte des Unternehmens ist untrennbar mit dem Drama des Krieges verbunden: Im Jahr 1942 verlor Giuseppe Rossi, Romanos Vater, sein Leben durch die Hand abziehender deutscher Soldaten, als er sich mutig opferte, um eine seiner Töchter zu schützen. In diesem kritischen Moment übernahm der junge Romano die Leitung des kleinen Handwerksbetriebs.
Mit Entschlossenheit und Weitblick verlegte er 1945 den Sitz in die Via Benzoni: ein entscheidender Schritt, der den Beginn des Wandels von einer lokalen Werkstatt zu einem industriellen Spitzenbetrieb markierte.
Die Umwandlung zum Formificio (1953 – 1962): Der Einzug der Holzleisten.
Im Jahr 1953 ändert das Unternehmen seine Firmierung und wird zum Formificio Romagnolo snc. Die neue Gesellschaft konzentriert sich auf die Herstellung von Schuhleisten aus Holz – ein entscheidender Wendepunkt, der das Kerngeschäft des Unternehmens vom Endprodukt (den Holzschuhen) auf die technische Komponente für Schuhfabriken verlagert.
Die Gründungsmitglieder der neuen Gesellschaft sind Rossi, Arfellini, Cimatti und Casadei.
1958 wird der Hauptsitz innerhalb von Forlì in die Via Andrea Dragoni 43/45 verlegt, ein Standort, der für die Unternehmensgeschichte von zentraler Bedeutung bleiben wird.
Materialinnovation (1963 – 1969): Der Übergang zu Polyethylen.
Im Jahr 1963 beginnt das Unternehmen mit der Produktion von Leisten aus Polyethylen und nimmt damit einen epochalen Wandel in der Branche vorweg. Dieser Kunststoff bietet gegenüber Holz erhebliche Vorteile, insbesondere in Bezug auf Langlebigkeit und Präzision.
Ein entscheidendes Ereignis tritt 1966 mit der Flut des Arno in Florenz ein, die zahlreiche toskanische Unternehmen schwer schädigt. Als Reaktion darauf beschließt das Formificio Romagnolo, Holz zugunsten von Polyethylen endgültig aufzugeben, und etabliert sich als Vorreiter beim Übergang zu synthetischen Materialien.
Im selben Jahr werden die ersten Filialen in Scandicci (Florenz) und Bussolengo (Verona) eröffnet, was den Beginn des nationalen Vertriebsnetzes markiert.
1967 wird die Filiale in Trezzano sul Naviglio (Mailand) eröffnet und das Unternehmen nimmt die Rechtsform einer Aktiengesellschaft (S.p.A.) an: ein weiterer Schritt in Richtung industrieller Strukturierung.
Territoriale Expansion (1970 – 1996): Das italienische Vertriebsnetz.
Im Jahr 1970 beginnt die Wiederaufbereitung von Polyethylen mit der Einrichtung einer entsprechenden Abteilung am Hauptsitz in Forlì, wodurch die interne Produktionskapazität gestärkt wird.
In den folgenden Jahren setzt sich eine bedeutende territoriale Expansion mit der Eröffnung weiterer Niederlassungen fort:
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1979: Perarolo di Vigonza (Padua) und Civitanova Marche (Macerata)
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1982: Verolanuova (Brescia)
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1987: Monsummano Terme (Pistoia)
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1995: Volpago del Montello (Treviso)
In der Zwischenzeit übernimmt Romano Rossi 1977 das Amt des Verwaltungsratspräsidenten und festigt damit die familiäre Führung des Unternehmens.
Automatisierung und Digitalisierung (1994 – 2006): Die technologische Revolution.
Ab den 1990er Jahren leitete das Formificio Romagnolo eine tiefgreifende technologische Innovation ein:
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1994: Einführung von Mehrstationen-Kombinationsmaschinen zur Steigerung der Produktionsflexibilität.
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1996: Beginn der Digitalisierung und Drehtechnik durch das Horma 2000-System.
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1999: Ausbau der Digitalisierung durch computergesteuerte Newlast-Maschinen und Pressen für das Formen der Rohlinge.
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2000: Erweiterung der Polyethylen-Recyclingabteilung durch Satrind-Zerkleinerungsmaschinen.
Im Jahr 2006 führt das Unternehmen die Newlast SDF4-Finishmaschinen ein. Diese sind in der Lage, das Finish der Leisten ohne manuelles Nachbearbeiten von Spitze und Ferse (Entfernen der Zapfen) abzuschließen, was die Effizienz und die Produktqualität erheblich steigert.
Bewahrung des Erbes und fortschrittliche Technologien (2018 – heute).
Im Jahr 2018 wurde das Modellarchiv eingeweiht, das über 400.000 Produktionsstücke umfasst – bei einer Gesamtzahl von 1 Million physischen Modellen, wenn man die Filialen und übrigen Archive mitzählt. Gleichzeitig wurde das Historische Archiv am Hauptsitz in Forlì ins Leben gerufen: eine Initiative, die das technische und kulturelle Erbe des Unternehmens schützt.
Ebenfalls 2018 erfolgte die Modernisierung der Dreherei durch die Einführung der Newlast SDF6HS Finishmaschinen. Diese ermöglichen es, die Produktionskapazität zu steigern, da drei Paar Leisten gleichzeitig bearbeitet werden können.
Im Jahr 2020 wurde die robotergestützte Lasermarkierung SDMARK eingeführt – erneut mit Newlast-Technologie –, was den kontinuierlichen Fokus auf Automatisierung und Präzision unterstreicht.
Im Jahr 2022 feierte das Unternehmen sein 80-jähriges Gründungsjubiläum und bestätigte damit seine Rolle als Referenzpunkt in der Schuhleistenbranche.
Die aktuelle Gesellschafterstruktur der Formificio Romagnolo S.p.A. besteht mehrheitlich aus der Familie Rossi und zu einem kleineren Anteil aus der Familie Arfellini.
Seit 2025 liegt der Vorsitz des Verwaltungsrats in den Händen von Dr. Marisa Rossi, die das Familienerbe im neuen Jahrtausend weiterführen wird.








